Erste Anamnese in der Homöopathie:
Wieso dauert es so lange?

Veröffentlicht am 27. Januar 2014

Ich höre immer wieder: „Wieso dauert eine erste Anamnese bis zu 2 Stunden? Muss es sein?“ Ja, es ist unerlässlich. Lesen Sie die folgenden Zeilen, um sich gut auf diese 2 Stunden vorzubereiten.

Wenn Sie sich für eine homöopathische Behandlung entscheiden, ist die erste Anamnese (griech. Erinnerung) sehr wichtig. Ich muss die Individualität meines Patienten erkennen. Jede Anamnese fängt mit dem Spontan Bericht an. Sie sprechen frei über Ihre Geschichte und oder über Ihre Beschwerden. In diesen zwei Stunden ist es nötig die folgende Informationen noch zu sammeln, wenn sie im Spontan Bericht nicht vorhanden sind:

Wichtig ist es, eine Liste Ihrer Krankheiten zu erstellen (Kinderkrankheiten, Operationen und einzelnen Krankheiten). Für Ihre aktuellen Beschwerden brauche ich die detaillierten Symptome, wie zum Beispiel: Wo ist der Schmerz, wie ist er (drückend, brennend, stechend) und was hat den Schmerz gebessert oder verschlimmert (frische Luft, Wärmflasche, Druck)? Die Krankheiten in der Familie, bei Eltern und Großeltern sind für mich wertvolle Informationen, weil sie eine bestimmte Prädisposition zeigen.

 Zusätzlich zu der Krankheitsgeschichte muss ich Ihren Charakter kennenlernen. Sind sie extrovertiert oder introvertiert? Wie reagieren Sie auf Stress: mit Wut, Aggressivität oder Rückzug? Was war für sie Ihr schönstes Erlebnis? Was sind Ihre Ziele im Leben: Beruf, Sport, Kinder? Wie ist Ihr Gemüt? Brauchen Sie Gesellschaft oder sind Sie lieber alleine? Reagieren Sie empfindlich auf Geräusche, Geruch oder Licht? Haben sie Ängste, und wenn ja, welche?

Wie schlafen Sie? Auf dem Rücken, auf dem Bauch, auf der linken oder auf der rechten Seite? Schlafen Sie gut, schlecht oder unruhig? Haben Sie Probleme einzuschlafen oder erwachen sie frühmorgens; wenn ja um wie viel Uhr? Haben sie Träume, Alpträume? Handeln ihre Träume immer wieder über das gleiche Thema?

Wie reagiert Ihr Körper? Schwitzen Sie viel, wann und in welchen Situationen? Frieren sie oder ist es Ihnen immer warm? Haben sie viel/wenig Appetit, Durst und nach welchen Speisen haben sie ein großes Verlangen oder eine Abneigung?

Wenn Sie eine Frau sind, wie war Ihre Schwangerschaft, die Entbindung? Wie verlaufen Ihre Menses?

 

All diese Informationen ermöglichen es mir ein passendes homöopathisches Arzneimittel für Ihr Leiden zu finden. Je besser wir uns kennen, desto schneller komme ich auf das passende Mittel. Dann kann eine Erleichterung oder Verbesserung Ihres Zustandes entstehen. Trauen Sie es sich zu, es ist keine verlorene Zeit!


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